Fakten und Lösungen zum Plastik Problem im Umkehrosmose Wasserfilter

Plastik und Kunststoff im Wasserfilter sowie die daraus resultierenden Risiken haben mich und viele Leser meines Blogs in der letzten Zeit immer wieder beschäftigt. In diesem Artikel wollen wir genauer anschauen, welche Kunststoffe in einem Umkehrosmose Wasserfilter enthalten sind und welche potentiell unerwünschte Wirkungen davon ausgehen könnten. Dann schauen wir uns an, wie diese Risiken vermieden werden können.

Im Artikel Warum ich mich trotz Plastik und Kunststoff für einen Osmose Wasserfilter entschieden habe wurden die Vorteile der Umkehrosmose mit den Nachteilen von Plastik verglichen und gegeneinander abgewogen. Dabei zeigte sich, dass es aktuell keine guten Alternativen zur Umkehrosmose gibt, und wir Wege brauchen mit dem Plastik Problem gut umzugehen.

Wir leben im Plastik Zeitalter und sind überall von Plastik umgeben. Diese Plastik entsteht in komplizierten chemischen Prozessen mit vielen verschiedenen chemischen Zutaten, meistens aus Stoffen die ihren Ursprung in Rohöl haben. Wenn wir den gesamten bisher von Menschen produzierten Kunststoff in eine normale Plastikfolie umwandeln würden, könnten wir damit die gesamte Erdkugel 4 mal einwickeln. Das hat Auswirkungen auf:

  1. unser gesamtes ökologisches System
  2. unsere Gesundheit indirekt über Veränderungen am Ökosystem
  3. unsere Gesundheit direkt durch Einwirkung von Plastik auf unseren Körper

Natürlich müssen wir alle drei Aspekte berücksichtigen, wenn wir mit Kunststoff arbeiten. Im Bezug auf Wasserfilter ist das sehr komplex. Um überhaupt weiter zu kommen, stellen wir die ersten beiden Punkte erst mal zurück und konzentrieren uns auf die Einwirkung von Plastik auf unsere Gesundheit.

Welche Kunststoffe sind im Wasserfilter

Einer der häufigsten Kunststoffe ist Polypropylen (PP).  Er ist ein relativ einfach aus den chemischen Elementen Kohlenstoff und Wasserstoff aufgebauter Kunststoff. Für die Herstellung von PP werden keine Weichmacher benötigt. In seiner bekannten Wirkung auf den Menschen wird er als verträglich eingestuft. Häufig verwendet z.B. für Lebensmittelverpackungen (Joghurtbecher …) oder in der Pharmazie für z.B. Salbendosen … . PP ist auch der am meisten verwendete Kunststoff für Wasserfilter Komponenten wie z.B. Filtergehäuse, Schlauchverbinder, Plastikteile in Filterkartuschen. Für mich ist PP der Kunststoff, bei dem ich das geringste Risiko für unsere Gesundheit sehe, weil PP einer der am einfachsten aufgebauten Kunststoffe ist.

Polyethylen (PE) ist ebenfalls ein einfach aufgebauter Kunststoff bestehend aus Kohlenstoff und Wasserstoff, der ohne Weichmacher hergestellt wird. Polyethylen ist der weltweit am meisten produzierte Kunststoff. Daraus werden Folien, Lebensmittelbehälter, … hergestellt. In unserem Selbstbau Wasserfilter sind die Schläuche aus LLDPE, ein lineares Polyethylen niederer Dichte.

Acrylnitril-Butadien-Kautschuk sowie EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) werden als Lebensmittelvertägliche Dichtungen in Filtergehäusen und Schlauchverbindern eingesetzt.

Aktivkohle Block Filter haben bessere Filterleistung als Granulat Filter, benötigen aber einen Kleber, der die gepresste Kohle zusammen hält. Genauere Informationen über die Zusammensetzung solcher Kleber habe ich bis jetzt noch nicht gefunden.

In vielen Wasserfiltern sind die Schlauchverbinder aus Polyoxymethylen (POM), ein sehr stabiler Kunststoff mit guten technischen Eigenschaften. Ein Bestandteil ist allerdings Formaldehyd. In Bezug zur Eignung für Lebensmittel steht in Wikipedia:

Die Verwendung von POM zur Herstellung von Bedarfsgegenständen, die in Kontakt mit Lebensmitteln kommen, ist im Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch geregelt. Verwendet werden darf nur POM mit einem Schmelzindex von maximal 50 g/10 min (MFI 190/2,16). Zudem sind die maximal zulässigen Anteile von Katalysatoren und anderen für die Herstellung und Verarbeitung notwendigen Stoffen geregelt. Für die Aufbewahrung und Verpackung von sauren Füllgütern mit einem pH-Wert unter 2,5 ist POM nicht geeignet.

Daraus lese ich, dass dieser Stoff Problempotential hat. Beim Selbstbau Wasserfilter möchte ich kein POM verwenden.

Ein Kunststoff, der auch in vielen Wasserfiltern verwendet wird ist Styrol-Acrylnitril (AS). Daraus werden durchsichtige Filtergehäuse gemacht die auch Zulassungen für Lebensmittel haben. Das scheinen mir spezielle Varianten von AS zu sein. Im allgemeinen wird laut Wikipedia AS als Gesundheitsschädlich eingestuft. Ich bin da lieber vorsichtig und verzichte auf durchsichtige Filtergehäuse.

Das wichtigste Bauteil im Umkehrosmose Wasserfilter ist die Membrane. Das ist ein richtiger Hightech Kunststoff. Sie besteht aus mehreren Schichten aus folgenden Kunststoffen:

Natürlich alles mit Lebensmittelzulassung. Aber ist das wirklich sicher?

Welche Auswirkungen hat die Plastik auf unser Filterwasser?

Es ist extrem mühevoll bis unmöglich herauszufinden welche Stoffe die Plastik ins Filterwasser abgibt und was das für unsere Gesundheit bedeutet.

Selbst einfach aufgebaute Kunststoffe wie PP und PE erfordern im Herstellungsprozess viel mehr als die chemische Strukturformel vermuten lässt. Zuschlagstoffe sind erforderlich, damit der Kunststoff die gewünschten chemischen und physikalischen Eigenschaften (z.B. die gewünschte Farbe) bekommt. Was für Zuschlagstoffe das sind ist in der Regel das Betriebsgeheimnis des Herstellers des Kunststoffgranulats, aus dem die Plastik Teile dann gepresst werden (siehe Plastic Planet).

Auf dem rein analytisch forschendem Weg kommen wir hier nicht weiter um mehr Klarheit zu kriegen. In solchen Situationen kann unsere Intuition helfen. Wenn wir Wasserfilter Teile aus den verschiedenen Kunststoffen in die Hand nehmen und in uns hinein spüren, so können wir vielleicht Unterschiede wahrnehmen. Bei mir fühlt sich PP am angenehmsten an, dann kommt PE, aber schon mit Bedenken. Alle anderen würde ich lieber nicht im Wasserfilter haben. Das ist natürlich eine ganz subjektive intuitive Einschätzung von mir.

Dann spielt es auch noch eine große Rolle wo die Kunststoffteile im Wasserfilter eingebaut sind. Wir unterscheiden hier:

  • Vorfilter, alles vor der Osmose Membrane
  • Abwasserbereich, das Spülwasser von der Osmose Membrane, das in den Abfluss geht
  • Reinstwasserbereich

Mögliche Problemstoffe im Bereich der Vorfilter werden durch die nachfolgende Osmose Membrane raus gefiltert. Im Abwasserbereich fließt das Wasser nur ins Abwasser, darin enthaltene Stoffe kommen nicht ins Reinstwasser.

Kritisch ist also nur der Reinstwasserbereich ab Ausgang der Osmose Membrane. Betrachten wir das Geschehen an der Membrane genauer. Das Wasser was durch die Membrane gedrückt wird, enthält keine Problemstoffe aus dem Kunststoff im Vorfilterbereich. Es enthält aber möglicherweise Problemstoffe aus den Kunststoffen der Membrane und des Membranegehäuses. Wenn es Nachfilter in Kunststoffgehäusen gibt, sind die eine weitere Quelle für Problemstoffe, die aus Kunststoff ins Wasser gelangen könnten. Ebenso Schläuche und Schlauchverbinder im Reinstwasserbereich.

Wie man das Problem lösen kann.

Ganz aus der Welt schaffen können wir die Problemstoffe aus dem Kunststoffen nicht. Die Mengen, in denen diese abgegeben werden sind aber gering. Wären es größere Mengen, würde sich der Kunststoff in seinen Eigenschaften nach kurzer Zeit merkbar verändern.

Es gibt eine einfache Möglichkeit mit der Problemstoffe, die vom Kunststoff ins Wasser gelangen könnten, zum größten Teil entfernt werden können. Wie das geht findest Du im Beitrag: „Das Geheimnis von der Verschmutzung, die aus dem Osmose Filter selber kommt“.

3 Gedanken zu “Fakten und Lösungen zum Plastik Problem im Umkehrosmose Wasserfilter

  1. Hallo Micheal ich danke dir für deine bisherigen Ausführungen. Ich habe auch sehr schnell gemerkt, dass alles Augenwischerei ist, wenn man nicht genug hinschaut bezüglich weiterer Giftstoffe (Chinaware) und sonstige Verkeimungen durch schlechte Wartung oder Qualität..
    Nach drei Tagen suche ich immer noch eine Anlage für 2 Personen, deutsche Prüfqualität bez. der Materialien und bis 500€…

    • Wenn vom Kunststoff Substanzen ins Wasser gehen sollten, die unmittelbar zu gesundheitlichen Schäden führen. ist das für die Wissenschaft leicht nachweisbar. Wenn aber solche Substanzen in geringen Mengen im Wasser landen und erst nach vielen Jahren zu Langzeitschäden führen wird es sehr schwer entsprechende wissenschaftliche Nachweise zu führen. Der Nachweis, das eine absolute Unbedenklichkeit solcher Substanzen vorliegt ist auch mit wissenschaftlichen Methoden nahezu unmöglich.

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